Welches Haus ist für mich geeignet?
Unsere Hausleitungen beraten Sie gern ausführlich und beziehen dabei Ihre eigenen persönlichen Wünsche und Vorstellungen (z. B. Zimmergestaltung, Freizeitangebote, Wochenend- und Urlaubsregelungen etc.) mit ein.

Wer bezahlt den Wohnstättenplatz?
Ein Wohnstättenplatz kostet so viel Geld, dass es sicherlich nur ganz wenige Menschen gibt, die diesen Platz allein finanzieren können. Deshalb sollten Sie sich an den Leistungsträger wenden, der die Wohnstättenkosten mitfinanziert. In der Regel ist es das (Kreis-) Sozialamt. Es kann aber auch in einigen Einzelfällen ein anderer Leistungsträger in Frage kommen. Auch darüber informieren unsere Hausleitungen Sie.

Muss ich einen Antrag stellen?
Ist eine geeignete Einrichtung und ein Kostenträger gefunden, muss ein Antrag zur Finanzierung des Wohnstättenplatzes beim Leistungsträger gestellt werden. Es ist ein Antrag auf Eingliederungshilfe, und Antragsteller ist der behinderte Mensch, der in die Einrichtung umziehen möchte.
In dem Antrag sind alle Angaben zur Person des Menschen mit Beeinträchtigung und auch alle Angaben über sein Einkommen und Vermögen zu machen.
Die Eltern von volljährigen Kindern mit Beeinträchtigungen müssen keine Angaben über Ihre eigenen Einkommens- und Vermögensverhältnisse abgeben, sondern nur Angaben zur Person.

Kann der Leistungsträger mir vorschreiben, in welche Einrichtung ich ziehe, oder muss er sich nach meinen Wünschen richten?
Der Leistungsträger ist verpflichtet, nach Antragseingang den gesamten persönlichen Förder- und Betreuungsbedarf des Antragstellers zu ermitteln. Im Anschluss muss der Leistungsträger Vorschläge unterbreiten, wie der ermittelte Bedarf am besten sichergestellt werden kann.
Gibt es mehrere gleichwertige Möglichkeiten, schlägt der Kostenträger die preisgünstigere Variante vor.
Wünsche der Antragsteller sind grundsätzlich zu berücksichtigen, allerdings soll der Kostenträger Wünschen nicht entsprechen, deren Erfüllung mit unverhältnismäßigen Mehrkosten verbunden wären (§ 9 SGB XII).
In diesem Zusammenhang sollten alle Beteiligten eng zusammen-arbeiten, um für den jeweiligen Einzelfall eine möglichst optimale Lösung herbeizuführen.
Die Entscheidung, in welcher Form der Leistungsträger eine begehrte Leistung bewilligt bzw. versagt, wird dem Antragsteller in einem Bescheid mitgeteilt. Ist man mit einem Bescheid nicht einverstanden, kann man einen Widerspruch einlegen.

Müssen meine Eltern sich an den Kosten beteiligen?
Eltern von volljährigen Kindern mit Beeinträchtigungen müssen sich (nach Sozialgesetzbuch  XII, § 94) mit 46,00 € monatlich an den Wohnstättenkosten beteiligen. 26,00 € werden dabei für die Leistung der Eingliederungshilfe innerhalb der Einrichtung verlangt (Förderung und Betreuung) und weitere 20,00 € für die Hilfe zum Lebensunterhalt (Ernährung, Wohnkosten und Taschengeld in Form des Barbetrages).
Eltern, die Geringverdiener sind und in diesem Zusammenhang selbst auf Sozialleistungen angewiesen sind, müssen keine Zuzahlungen leisten.

Wenn ich Vermögen habe ..., muss ich die Kosten dann selbst tragen?
Hat ein Antragsteller mit Beeinträchtigungen Vermögen, so muss er dieses Vermögen beim Sozialhilfeträger - mit Ausnahme eines geschützten Betrages von 2.600 € - für die Eingliederungshilfe-maßnahme in der Wohnstätte voll einsetzen. Zum Vermögen zählt in der Regel auch ein Bausparvertrag oder eine kapitalbildende Lebensversicherung.

Muss ich mein Einkommen (z.B. Werkstattentgelt) einsetzen?
Ein Mensch mit Beeinträchtigungen, der in eine Wohnstätte umzieht, muss zur Finanzierung dieser Maßnahme mit seinem eigenen Einkommen beitragen.
Bezieht ein Mensch mit Beeinträchtigungen ein Einkommen (z. B. Werkstattentgelt), so muss er dieses Einkommen zur Mitfinanzierung des Wohnstättenplatzes einsetzen. Es verbleibt ihm lediglich ein Freibetrag von etwa 40 % des Werkstattentgeltes.
Die genaue - etwas komplizierte Berechnung - ergibt sich aus § 88 Abs. 2 SGB XII.
Ergänzend bekommt ein/-e Wohnstättenbewohner/-in noch einen persönlichen Barbetrag (so genanntes „Taschengeld“) von ca. 90,00 € monatlich.
Personen, die bis Dezember 2004 bereits in einer Wohnstätte gewohnt haben, erhalten in Einzelfällen einen so genannten Zusatzbarbetrag. Dieser Zusatzbarbetrag wird für diesen Personenkreis weiterhin ausgezahlt. Für neue Antragsteller entfällt dieser Zusatzbarbetrag.

Habe ich als Bewohner/-in Anspruch auf Grundsicherung?
Auch als Bewohner/-in einer Wohnstätte haben Sie Anspruch auf Grundsicherung.
Es handelt sich hierbei dann aber um Einkommen (s.o.), das Sie als Eigenanteil zur Finanzierung der Heimkosten im Rahmen der Sozialhilfe einsetzen müssen.
Der Bezug von Grundsicherungsleistungen führt also nicht dazu, dass Ihnen mehr Geld zur Verfügung steht.

Beziehen meine Eltern weiterhin Kindergeld?
Eltern, die ein Kindergeld für Ihr behindertes Kind erhalten, können dieses Kindergeld nach derzeitiger Rechtslage auch weiterhin beanspruchen, wenn sie einen regelmäßigen Kontakt zu ihren Kindern mit Beeinträchtigungen in der Einrichtung nachweisen.
Wenn ein/-e Bewohner/-in über ausreichende eigene Einkünfte verfügt, entfällt der Kindergeldanspruch. Das kann dann der Fall sein, wenn man – z. B. nach 20-jähriger Werkstatttätigkeit - eine Erwerbsminderungsrente in ausreichender Höhe bezieht. Die Jahresfreibetragsgrenze liegt derzeit bei 7.680,00 € Jahreseinkommen. Hinzu kommt noch ein individueller Freibetrag, der sich nach den Schwerbehinderteneigenschaften im Ausweis richtet. Hat jemand z. B. das Merkzeichen „H“ im Schwerbehindertenausweis, sind noch 3.700,00 € als Freibetrag hinzuzurechnen – zusammen also in diesem Beispiel 11.560,00 €. Erst wenn dieser Betrag an Jahreseinkommen von dem Menschen mit Beeinträchtigungen überschritten wird, kann das Kindergeld entfallen.

Beziehe ich weiterhin Pflegegeld von der Pflegekasse?
Ist ein Mensch mit Beeinträchtigungen einer Pflegestufe zugeordnet, entfällt dieses Pflegegeld für den Zeitraum des Wohnstättenaufenthaltes. Falls die/der Bewohner/-in in den Ferien und an den Wochenenden wieder in das Elternhaus zurückkehrt, so hat er/sie für diese Tage einen anteiligen Anspruch auf das Pflegegeld (der An- und Abreisetag werden hierbei als volle Pflegetage für die Eltern anerkannt).
Für die Wohnstättebetreuung beteiligt sich die Pflegekasse mit 10 % bzw. mit einem Höchstbetrag von 256,- € monatlich an den Wohnstättenkosten, d.h. der Sozialhilfeträger zahlt dann entsprechend weniger.

Kann ich eigene Möbel mitbringen?
Die Zimmer sind wohnlich eingerichtet und mit Schlafcouch, Schrank, Tisch, Stuhl, Sessel, Kommode, Nachttisch ausgestattet.
Die Möbelstücke können teilweise oder ganz durch eigene Möbelstücke ersetzt werden.
Wir möchten, dass Sie sich in Ihrem Zimmer wohlfühlen.


Andere Wohnformen


Die hier genannten Informationen gelten ausschließlich für den Bereich der sogenannten vollstationären Wohnstättenbetreuung. Selbstverständlich gibt es auch andere Wohnformen für Menschen mit Beeinträchtigungen, wie zum Beispiel die  „ambulante Betreuung im eigenen Wohnraum“. Hier gelten ganz andere finanzielle Regelungen.
Auch das persönliche Budget kann im Einzelfall eine Bedeutung erhalten.