Am 19. März war Baubeginn für unser Hotel am Altstadt-nahen Seeufer in Eutin. 12 Arbeitsplätze für Menschen mit Beeinträchtigung sind geplant, Menschen werden inklusiv zusammen arbeiten, Urlaub machen, Essen gehen.

 

Auch wenn im Hintergrund Baumaschinen die „echte Arbeit“ zur Vorbereitung des Baugrundes leisteten präsentierten der Bauherr Reinhard Sohns von Die Ostholsteiner, Landrat Reinhard Sager, Eutins Bürgermeister Carsten Behnk, Bauleiter Stephan Barnstedt und Tiefbauer Sven Hendrik Nittritz im Vordergrund stolz die Spaten. Abgesperrt ist das Gelände schon seit ein paar Tagen, ein Bauschild wird gerade noch produziert. „Es ist ein Herzensprojekt, auf das ich mich sehr freue“, so Sohns, „das uns aber auch in den nächsten zwei Jahren weiterhin viel Energie abverlangen wird.“

Und es hat ja auch schon einen langen, arbeitsreichen Vorlauf: Von der Idee zu Anfang des Jahres 2017 über den Bürgerentscheid zugunsten der Räumung des Grundstückes vom maroden Haus des Gastes im selben Jahr bis zur Auswahl des Architekturbüros in einem Wettbewerb; vom Kauf der zwei betroffenen Grundstücke über Betriebskonzepte, Wirtschaftlichkeitsberechnungen und Förderanträge oder den Bebauungsplan bis zur Baugenehmigung Ende Februar 2020. Man ist auch schon weit in Vorleistungen gegangen, denn Baugrund- und Lärmgutachten, Statik- und Technikplanungen und vieles mehr mussten durchgeführt werden.

 

 

Wie weit die aktuelle Corona-Pandemie auf das Projekt durchschlagen wird, vermag im Moment niemand zu sagen. Es hat aber auch schon gewirkt: Die zum Spatenstich geladenen Gäste mussten wieder ausgeladen werden und wegen der Grenzschließungen konnten die dänischen Architekten vom Kopenhagener Büro Wuttke & Ringhof selbst zum Spatenstich in kleiner Runde nicht kommen. Ob wegen Erkrankungen bei den Baufirmen oder aus anderen Gründen die Bautätigkeit unterbrochen werden muss, weiß keiner.

 

Am Ende soll ein umfassend barrierefreies, zweieinhalbstöckiges Gebäude die Stadtbucht zieren. Dunkle Klinker und hölzerne Balkone prägen die Außenfassade, Teile des Daches werden begrünt sein. 44 Zimmer in drei unterschiedlichen Kategorien bilden das Herzstück des Hauses. Viele Eutiner freuen sich aber auch auf ca. 60 Restaurant-Plätze drinnen und noch einmal ebenso viele draußen – mit Blick aufs Schloss, direkt an der Uferpromenade und in Südlage. Auch der Wellnessbereich mit Sauna, Bio-Sauna und Wellnessräumen sowie ein Tagungsraum, der für Familienfeiern bis 70 Personen nutzbar sein wird, stehen ihnen zur Verfügung. Dass alles auf dem neuesten technischen Stand ist, sagt die Energieeffizienznorm KFW 55, geheizt wird mit Fernwärme der Eutiner Stadtwerke. Die Baukosten sind inklusive Planungs- und Einrichtungskosten auf 9,5 Mio. Euro veranschlagt, die Bauzeit auf etwa zwei Jahre.

 

Besonders wichtig ist Geschäftsführer Reinhard Sohns aber das Betriebskonzept: „27 Menschen sollen hier Arbeit finden, davon 12 Menschen mit Schwerbehinderung gemäß § 215 SGB IX. Gemeinsam zu arbeiten, das soll ein klares Zeichen für Inklusion in unserer Gesellschaft setzen. Natürlich ist das Hotel für Arbeitende und Gäste umfassend barrierefrei – ansonsten soll es aber ein ganz normales, natürlich attraktives Hotel für Jede und Jeden sein.“ Nach Fertigstellung wird das Hotel an die Ostholsteiner Dienstleistungsgesellschaft verpachtet werden, eine 100% Tochter von Die Ostholsteiner, die bereits unter anderem das Oldenburger Stadtcafe, das dortige Kino Lichtblick oder ein Reinigungsunternehmen betreibt.

 

Dankbar ist Sohns auch für die Unterstützung von Dritter Seite: „Planerisch haben uns die Stadt Eutin und der Kreis Ostholstein stets bestens beraten und unterstützt. Es sind aber auch finanziell das Land Schleswig-Holstein mit dem Wirtschaftministerium und dem Sozialministerium sowie die bundesweite Aktion Mensch großzügige Förderer.“

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